In Österreich gibt es über 130 handwerkliche Berufe, gegliedert in Bereiche wie Bau, Metall, Holz, Elektro, Lebensmittel und Körperpflege. Lehrstellen und Ausbildungen sind vielseitig, besonders in der Steiermark bietet das Handwerk stabile Karrierechancen und finanzielle Förderung durch Lehrlingsentschädigung und Zuschüsse.
Handwerkliche Berufe bilden das Rückgrat vieler regionaler Wirtschaften – auch in der Steiermark. Unter die Bezeichnung fallen über 130 Berufe, die sich in verschiedene Bereiche wie Bau, Holz, Metall, Elektro, Lebensmittelverarbeitung, Gesundheit oder Körperpflege einordnen lassen. Gerade steirische Jugendliche und Quereinsteiger interessieren sich dafür, welche praktischen Berufe es gibt, wie man sie erlernen kann und welche Rolle das Handwerk etwa in Graz, Leoben, Kapfenberg oder dem Ennstal spielt.
- In Österreich gibt es handwerkliche Berufe aus über acht Bereichen, etwa Bau, Metall oder Elektro.
- Die Lehre im Handwerk kombiniert Ausbildung im Betrieb und Berufsschule.
- Lehrlinge haben Anspruch auf Lehrlingsentschädigung und verschiedene Förderungen.
Welche handwerklichen Berufe gibt es in Österreich?
Handwerkliche Berufe sind praktische Tätigkeiten, die traditionelles Wissen mit modernen Fertigkeiten verbinden. Sie lassen sich in verschiedene Bereiche gliedern: Bau- und Ausbau, Holz, Metall, Elektro, Lebensmittel, Glas, Gesundheit und Körperpflege, Textil, sowie Umwelt und Technik. Insgesamt listet die Handwerkskammer rund 130 anerkannte Ausbildungsberufe, die nach diesen Kategorien systematisiert werden können. Zu den wichtigsten Berufsgruppen zählen Maurer, Elektroniker, Tischler, Bäcker oder Friseur – sie sind in jeder größeren steirischen Gemeinde gefragt.
Handwerksberufe nach Bereichen im Überblick
Jeder Bereich des Handwerks steht für spezielle Aufgabenprofile und Materialien: Im Bau und Ausbau arbeiten beispielsweise Maurer, Fliesenleger, Dachdecker und Zimmerer. Holzberufe wie Tischler oder Drechsler gestalten Möbel und Bauteile. Metallhandwerker – darunter Metallbauer, Schmied oder Schlosser – fertigen und reparieren Metallkonstruktionen und Werkzeuge. Elektrotechnische Berufe wie Elektroniker, Elektroinstallateur und Informationselektroniker gewinnen mit Digitalisierung und Smart-Home-Technik immer mehr an Bedeutung[2]. Lebensmittelhandwerke umfassen Bäcker, Konditor, Fleischer und Brauer. Zu den Jobprofilen in Gesundheit und Körperpflege zählen Friseur, Kosmetiker, Zahntechniker. Glas- und Textilberufe runden das Portfolio ab und bieten kreative wie auch traditionelle Aufgabenfelder.
Was machen Handwerkerinnen und Handwerker in den einzelnen Berufen?
Handwerkerinnen und Handwerker übernehmen typischerweise das Herstellen, Reparieren, Warten und Veredeln von Produkten oder Bauwerken. So errichten Maurer Gebäude vom Fundament bis zum Dach. Metallbauer bauen Geländer oder Maschinenbauteile und sind häufig auch für Schweißarbeiten zuständig. Tischler wiederum fertigen Fenster, Türen oder ganze Inneneinrichtungen. Elektroniker planen und montieren elektrotechnische Anlagen – von der kleinen Hausinstallation bis zur komplexen Industrieanlage. Bäcker und Konditoren produzieren Brot und Mehlspeisen, Fleischer verarbeiten Fleischwaren. Im Bereich Körperpflege beraten und bedienen Friseure und Kosmetiker ihre Kundschaft individuell. Kennzeichnend ist oft die Verbindung von Präzision, Kreativität und Teamarbeit sowohl in Werkstätten als auch direkt beim Kunden oder auf Baustellen.
Welche Ausbildung braucht man für einen Handwerksberuf?
Der klassische Weg führt über die duale Lehrausbildung: Lehrlinge arbeiten im Betrieb und besuchen parallel die Berufsschule. Die Lehrzeit dauert je nach Beruf meist zwischen zwei und vier Jahren und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab. Das duale System ermöglicht es, praktische Fähigkeiten und theoretisches Wissen eng zu verzahnen [2]. Die Handwerkskammer und die Wirtschaftskammer Österreich bieten Beratung und Vermittlung zu den einzelnen Berufen sowie Infos zu Ausbildungsbetrieben und den aktuellen Lehrberufen in Österreich. Daneben bestehen Weiterbildungen – etwa zum Meister – und Spezialisierungen, mit denen Absolventen nach der Lehre ihre Karriere individuell gestalten können.
Handwerkslehre in der Steiermark: Lehrstellen und Anlaufstellen
Für die Steiermark als Wirtschaftsregion mit starker industrieller Prägung bleibt das Handwerk ein zukunftsfähiges Standbein. In Orten wie Graz, Leoben, Kapfenberg und Bruck gibt es zahlreiche Betriebe, die jährlich neue Lehrlinge suchen, besonders im Bau und Metallbereich. Regionale Wirtschaftskammern, das AMS sowie spezielle Initiativen wie die „Lehre mit Matura“ unterstützen Jugendliche bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. Die Nachfrage nach Lehrlingen ist je nach Bereich unterschiedlich hoch: Während in der Metallbearbeitung und am Bau oft Fachkräfte fehlen, sind Stellen in den kreativen oder gesundheitsnahen Handwerken teils schneller vergeben.
Lehrlingsentschädigung, Förderungen und finanzielle Fragen
Während der Lehre erhalten Auszubildende eine gesetzlich geregelte Lehrlingsentschädigung. Diese richtet sich nach Branche und Kollektivvertrag und steigt mit dem Lehrjahr. Zusätzlich gibt es in Österreich und speziell auch in der Steiermark zahlreiche Förderungen für Lehrlinge und Betriebe: Etwa Unterstützungen für Internatskosten, Fahrtkostenzuschüsse oder Boni für besondere Leistungen. So wird die finanzielle Belastung während der Ausbildungszeit deutlich reduziert und viele Jugendliche entscheiden sich wegen dieser planbaren Sicherheit für einen handwerklichen Lehrberuf. Wer seine Ausbildung abschließt, kann mit einer sicheren Anstellung in der Region oder attraktiven Weiterbildungsoptionen rechnen.
Typische Probleme: Wer wird besonders gesucht, wo hakt es?
Die Nachfrage nach Handwerks-Fachkräften ist in der Steiermark regional unterschiedlich verteilt. Besonders im Bau und Metallbereich werden weiterhin mehr Fachkräfte gesucht als zur Verfügung stehen, während etwa in gesundheitsbezogenen Handwerksberufen die Konkurrenz um die Ausbildungsplätze höher sein kann. Die Nachwuchsgewinnung bleibt eine zentrale Herausforderung für viele Betriebe, die auf eine konsequente duale Ausbildung setzen. Moderne Anreize wie höhere Lehrlingsentschädigung oder bessere Aufstiegschancen werden immer wichtiger, um die Attraktivität des Handwerks nachhaltig zu erhöhen.
Aktuelle Entwicklungen: Digitalisierung und neue Berufsbilder
Auch das Handwerk bleibt vom technologischen Wandel nicht unberührt. Neue Technologien halten Einzug in Werkstätten und Bauhöfe, von computergesteuerten Maschinen über digitale Tools in der Fertigung bis zu neuen Berufsfeldern rund um Smart Homes oder Gebäudetechnik [2]. Lebenslanges Lernen und Weiterbildungen werden daher wichtiger. Jugendliche mit Interesse an Technik finden im Handwerk inzwischen Aufgaben mit klar digitalem Fokus – die klassische Lehre entwickelt sich damit stetig weiter und bleibt anpassungsfähig gegenüber neuen Marktbedürfnissen.
So findest du den passenden Handwerksberuf
Wer sich für einen handwerklichen Beruf in der Steiermark interessiert, sollte eigene Stärken und Interessen prüfen: Liegt die Begabung eher im technischen, kreativen oder sozialen Bereich? Zudem bieten Online-Portale wie die Berufsinfoplattformen der WKO, regionale Lehrlingsmessen sowie Beratungstellenvor Ort Orientierung. Viele Unternehmen laden zu Schnuppertagen ein, um praktische Einblicke in unterschiedliche Handwerksbereiche zu geben. Wer eine Lehre beginnt, profitiert in der Steiermark von starker Unterstützung, planbaren Einstiegslöhnen und guten Karriereperspektiven.
Quellen
[2] Handwerkliche Berufe: Alle Ausbildungsberufe von A-Z (Azubiyo)



















